Bee Wild - Wildbienen


Haltung in unseren speziellen Nistkästen

Als Hobbyimker begann ich mich auch irgendwann für Wildbienen zu interessieren. Deren bedeutsame Rolle für die Bestäubung wird oftmals stark unterschätzt.

Die Auswirkungen des aktuellen Bienensterbens kann statistisch über die Imker einigermaßen erfasst werden. Wie viele Wildbienen jedoch sterben, darüber gibt es keine Statistiken, deren Zahl geht jedoch auch stark zurück.

So kam die Idee mich mit der Zucht bestimmter Arten von Wildbienen zu beschäftigen um diese zu vermehren und dann gezielt an Orten einsetzen zu können, an denen sie in natürlichem Maße nicht mehr ausreichend vorhanden oder besser geeignet sind wie Honigbienen und Bestäubung benötigt oder gewünscht wird.

Konkret züchte ich die rote Mauerbiene und die gehörnte Mauerbiene. Diese leben solitär, sind also mehr oder weniger Einzelgänger und werden in speziell aufgestellten Nistbrettchen angesiedelt. Eine Mauerbiene kann die Bestäubungsleistung von bis zu 300 Honigbienen erfüllen, allerdings produzieren sie keinen Honig. Pollen sammeln sie in Nähe ihrer Nester, weshalb sie gezielt eingesetzt werden können. Mauerbienen sind äußerst friedfertig, zu Stichen kam es bei mir bisher nicht, obwohl ich bei ihnen immer ohne Schutzkleidung arbeite.

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch 4 Jahre zu leben.

Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr …“

Albert Einstein

Wildbienenhaltung mit Mauerbienen

Was sind Wildbienen?

Wildbienen produzieren keinen Honig oder Wachs, wie es die allseits bekannte Honigbienen tun.

Stattdessen haben sie aber eine weit unterschätzte Bedeutung als Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen.

Warum Wildbienen?

Varroamilben und Bienenkrankheiten nehmen zu, Honigbienen sterben und es fehlen wichtige Bestäuber.

Mauerbienen können die Obstbestäubung nachhaltig sichern und dem Bestäubungsausfall bei minimalem menschlichen Arbeitsaufwand entgegenwirken.


Wildbienen – große Bestäuber

Wildbienen sind eifrige Blütenbesucher, da sie Pollen und Nektar für ihre eigene Versorgung benötigen. Dabei tragen sie Blütenpollen von einer Blüte zur anderen und befruchten die Pflanzen.

Wissenswertes:Je häufiger eine Blüte bestäubt wird, desto größer wird die Frucht.

Wildbienen - gefährlich für den Menschen?

Diese Frage kann mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden.

Wildbienen greifen von sich aus Menschen nicht an.

Wildbienen ...

  • sind daher unverzichtbar für konstante und große Ernteerträge
  • sichern das Überleben unzähliger Wildpflanzen
  • erreichen einen doppelt so hohen Fruchtansatz wie Honigbienen mit gleicher Anzahl von Blütenbesuchen

Vorteile der Wildbienenhaltung

Das Bienensterben hat bereits begonnen.

Daher sollte die Förderung und Erhaltung dieser Nutztiere in unser aller Interesse liegen.

Unser Konzept Bee wild

Wir schaffen für die Bedürfnisse der Wildbienen eigens konzipierte Nistkästen, die den Weibchen die Möglichkeit bieten, ihre Eier von äußeren Einflüssen geschützt abzulegen.

Ohne entsprechende Nistmöglichkeiten können Mauerbienen nicht für Nachwuchs sorgen.
Um den Parasitenbefall einzudämmen und den Bienen optimale Bedingungen zu bereiten, wurden die Nistkästen konzipiert und bienenfreundlich ausgearbeitet:

  • Trockenes Hartholz (Buche) ohne Holzschutzmittel, mit Leinöl behandelt
  • Gestapelte gefräste Holzbrettchen aus denen Nistgänge entstehen
  • Herausnehmbare Brettchen zur Durchsicht und Entnahme der Kokons
  • glatte Einfluglöcher
  • Vogelschutz
  • Regenschutz (wasserabweisendes Dach)
  • Geburtsort im geschützten Dachgeschoss (abnehmbares Dach)

Optimale Bedingungen ergeben eine hohe Nistdichte. Ist eine Nisthilfe ausgebucht, sollte angebaut werden.

So funktioniert Bee Wild:





Zu guter Letzt

Bei Aufbewahrung im Kühlschrank können die Bienen länger aufbewahrt und zum Zeitpunkt einer gewünschten Blüte ausgebracht werden um eine gesteigerte Bestäubungsleisutng zu erzielen, spätestens jedoch Ende April.

Die entnommenen Brettchen werden mit einer Feile von Rückständen gereinigt. Bei starkem Milbenbefall können diese auch mittels eines Bunsenbrenners leicht abgeflammt und so desinfiziert werden. Anschließend werden die Brettchen wieder in den Kasten eingesetzt.

Mit welchen Wildbienenarten arbeiten wir?

Gehörnte Mauerbiene

Gehörnte Mauerbiene

  • Hauptflugzeit: Mitte März bis Mitte Mai (Steinobst)
  • Weibchen: 10 -15 mm groß, auf dem Kopfschild unterhalb der Fühler zwei kleine „Hörner“, schwarzes Bruststück, rotbrauner Hinterleib, mit Pelz behaart
  • Männchen: 10 - 13 mm groß, schwarzes Bruststück, Kopf mit weißen Haarbüscheln, längere Fühler, rotbrauner Hinterleib, mit Pelz behaart.
Rote Mauerbiene

Rostrote Mauerbiene

  • Hauptflugzeit: Mitte/Ende April bis Mitte Juni (für Stein- und Kernobst, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren)
  • Weibchen: 9 - 12 mm, Hinterleib rötlich braungelb, Kopfschild mit zwei nach vorne gerichteten Hörnern, Bauchbürste behaart für Pollensammlung
  • Männchen: geringere Körpergröße, längere Fühler, hellere Gesichtsbehaarung.

Feinde der Wildbienen

Parasiten und Nutznießer

Futterparasiten, Wespenarten, Buntkäfer- und Wollschwebearten, Milben

Pilze und Bakterien

Schimmelpilze und Bakterien bei nassen, ungeeigneten Nistplätzen

Pestizide

Pflanzenschutzmittel aus der industriellen Landwirtschaft

Fressfeinde

Spinnen, Nagetiere, Vögel, andere Insekten

„Bee wild“ ist ein Projekt von Christian Müller und Christine Neumann

Wildbienen gehören zu den besonders geschützten Tierarten. Die hier angebotenen Mauerbienen stammen aus einer Zucht, für die eine Ausnahmegenehmigung nach dem "BArtSchG" vorliegt.
Die gezüchteten Mauerbienen sind somit vom Besitz- und Weitergabeverbot nach dem BArtSchG ausgenommen.